Op Kölsch gesaht

Aktuelles sprachwissenschaftliches empirisches Projekt

Die Akademie för uns kölsche Sproch führt 16 Jahre nach Abschluss des Projekts "Alles Kölsch" wieder ein empirisches Projekt mit dem Titel "Op Kölsch gesaht" durch. Wer möchte uns dabei unterstützen? Diesmal wollen wir uns ein Bild davon machen, wer heute noch gut Kölsch spricht und wie. Sind es nur die älteren Leute, die noch Kölsch reden, oder wird Kölsch auch noch bzw. wieder von jüngeren Kölnern gesprochen? Sprechen die älteren Leute und die jungen Leute das selbe Kölsch oder hat es sich über zwei bis drei Generationen hinweg verändert?

Selbstverständlich sind hier keine Veränderungen gemeint, die allein aufgrund von Nichtwissen oder durch die Beeinflussung z.B. kölscher Liedtexte, deren Urheber kein richtiges Kölsch können und singen, in das Kölsch der Sprecher Einzug gehalten haben. Für unsere Untersuchungen ist es erforderlich, dass wir erfahren, wie die Sprecher ihre Kölschkenntnisse erworben haben, ob in der Familie von den Eltern oder Großeltern, von Freunden, im Verein, auf der Straße oder erst später in Kölsch AGs oder Kölsch-Kursen. Ganz besonders ansprechen möchten wir die jüngere (16-30) und mittelalte Generation (30-60), aber natürlich auch die 60 plus-Generation. Ein Highlight des Projekts wäre es, wenn wir Kölsch sprechende Kölner mit Migrationshintergrund in unsere Untersuchung einbeziehen könnten.

Was hat uns dazu gebracht wieder ein empirisches Projekt zu starten? Häufig rufen Vertreter der Presse bei uns an und wollen wissen, wie viele Menschen in Köln noch Kölsch sprechen, ob auch junge Leute noch Kölsch können oder ob unsere schöne kölsche Sprache vom Aussterben bedroht ist. Diese Frage können wir mit den uns zur Verfügung stehenden - insbesondere personellen - Mitteln natürlich nicht befriedigend beantworten.
Um überhaupt etwas über den Ist-Zustand und den Erhalt des Kölschen aussagen zu können, wollen wir möglichst viele Kölsche aus verschiedenen Stadtvierteln und aus verschiedenen Alters- und Berufsgruppen befragen.

Zu diesem Zweck haben wir einige Testbögen erstellt, mit denen wir bestimmte Merkmale der kölschen Sprache erfragen und testen wollen. Die Probanden sollen dafür einen kölschen Text laut vorlesen, ein weiterer deutscher Text soll ins Kölsche übersetzt werden (mündlich oder schriftlich), in einem Lückentext sollen die fehlenden Wörter eingefügt werden, außerdem sollen ein paar Fragen zur Bedeutung von Wörtern und typisch kölschen Ausdrücken und Redenarten beantwortet werden. Jeder Sprecher bekommt die gleichen Texte vorgelegt. Die Aufnahmen und Texte werden von Sprachwissenschaftlern hinsichtlich bestimmter Merkmale ausgewertet und statistisch erfasst. Bei der Auswertung werden die Namen der Sprecher nicht genannt, so dass niemand bloßgestellt wird.

Abgesehen von diesem eher "formalen" Teil, der der sprachwissenschaftlichen Untersuchung dient, sollen uns die Sprecherinnen und Sprecher spontan und ohne Vorbereitung oder vorherige Beeinflussung einige kurze Erzählungen ins Aufnahmegerät sprechen, die lustig, spannend und/oder unterhaltsam sind. Hierbei können beliebige Ereignisse aus ihrem Leben frei erzählt werden. Eine Auswahl an möglichen Themen zu Lebenssituationen werden wir hilfestellend anbieten, diese sind aber nicht bindend. Natürlich kann sich jeder vorab schon überlegen, über was er gern etwas erzählen möchte, bloß der zu erzählende Text sollte nicht vorbereitet oder auswendig gelernt sein.

Aus sämtlichen Erzählungen werden wir die lustigsten und unterhaltsamsten aussuchen und später in einer leserfreundlichen Form in einem Buch veröffentlichen. Zusätzlich werden die Erzählungen als Hörbuch publiziert und parallel auch auf unsere Homepage gesetzt. Selbstverständlich werden auch die Ergebnisse der sprachwissenschaftlichen Untersuchungen in dem Buch nachzulesen sein und die wichtigsten daraus gewonnenen Erkenntnisse kann man auch auf unserer Homepage nachlesen.

Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, benötigen wir die Hilfe der Kölner Bürger - auch wenn sie inzwischen vielleicht nicht mehr in den Stadtgrenzen Kölns zu Hause sind. Wer meint, dass er ganz gut Kölsch spricht - ob natürlich erworben oder später erlernt -, soll sich bitte bei uns melden, und zwar bei Alice Herrwegen telefonisch unter (0221) 88895-203 oder per Email an herrwegen( at )sk-kultur.de mit Angabe der Telefon- oder Handynummer. Alice Herrwegen wird sich dann nach einem kurzen Gespräch auf Kölsch einen Eindruck verschaffen und ggfs. einen Termin für die Aufnahme mit den Bewerbern vereinbaren.

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