Kölsche Originale

Kölsche Orgenale – su woodte Minsche genannt, die juxige ov komische Enfäll hatte. Se all hatte usgefalle Idee un mancheiner soch och e bessche löstig us ov dät sich ärg klüchtig verhalde. Meddlerwiel kennt mer se kaum noch – doröm es et an der Zigg, se uns ald widder en et Gedächnis zo rofe. 

Elsteraugen-Evche

Elsteraugen-Evche (Daten unbekannt)

Füße, Füße, Füße – ausschließlich darauf kam es der kleinen, etwas krummen, Frau an. Denn sie sorgte dafür, dass ihre Kundschaft preiswert und auf möglichst scherzlose Art und Weise von Hühneraugen befreit wurden. Eine absolute Plage im 18. Und 19. Jahrhundert – kein Wunder, wenn man sich die damalige Schuhmode genauer ansieht. Dazu kam noch ausgesprochen hartes Leder, was verwendet wurde und schon ist der Schmerz vorprogrammiert.
Damals war es tatsächlich offiziell nur den Friseuren gestattet, sich als „Hühneraugen-Operateure“ zu verdienen. Der Bruder von „Doctor Schabaudewing“ (den wir hier auch schon vorgestellt haben) – Josef Bauduin – war als ein solcher in der Follerstraße beschäftigt.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden diese Art von Operateuren jedoch überflüssig. Dank besseren und moderneren Schuhwerks, angepasster Materialien und natürlich diverser „Heilmittel“, wurden die Qualen geringer. Auch wenn gerade die Damen der heutigen Zeit wissen – so ganz passé ist das Leiden natürlich noch nicht.
Da zur damaligen Zeit vielen Kölschen Originalen ein Lied gewidmet wurde, findet sich auch das Elsteraugen-Evchen in einem Text von Josef Klersch wieder. Den Liedtext dazu findet man selbstverständlich auf unserer Homepage in der Liedersammlung!