Von wegen, Lockdown und aus die Maus…

(Foto: Benjamin Balsereit, Foto Audio Balsereit)

Jetzt sind die Chorleiter gefragt ... Sie müssen weitere weitere Eventqualitäten entwickeln, um ihre Schäfchen zusammen und  bei Laune zu halten, neue hinzu zu gewinnen und sie auf bevorstehende große strahlende  Auftritte nach Covid 19 vorzubereiten. Bei der ersten virtuellen Chorprobe zog Andreas  alle Register der digitalen Kommunikation  und vernetzte die gesamte Chorgemeinschaft mit seinem Tonstudio.
Montag, 19.45h war alles parat. Schon viele  Chormitglieder saßen gespannt vor ihrem PC, wie damals bei Kulenkampff vor dem Fernseher. Die Ablaufplanung mit Liedfolge, Texten und Noten hatten alle erhalten.
Und dann erschien Andreas auf dem Monitor! Spannungsvoll schnellten  die Anmeldezahlen und Likes  von  40 Sängern in die Höhe, so viele wie zu einer  traditionellen Chorprobe. Der Chor hatte sich jetzt zurecht geruckelt.
„Schön dat do do bes…“begrüßte der Chorleiter live seine SängerInnen. Und die stimmten zu Hause in ihrem geschützten  Homeoffice voll mit ein. Die große Palette der ans Herz gewachsenen kölschen Lieder wurde gnadenlos durchgesungen. Wie man im Nachhinein hörte, schlossen einige Chormitglieder zu Hause ab 20.00 Uhr die Fenster, um ihre Stimmen ungestört von den Nachbarn voll erklingen zu lassen. Trotzdem,- die Südstadt soll gebebt haben!
Gut, auf  ermunternde  Komplimente des Chorleiters , wie sonst  in den  realen Chorproben, mussten die SängerInnen bei diesem Format verzichten:

„ der Sopran singt heute engelsgleich, nur in den Noten steht etwas anderes“
oder:
„ja, wunderbar bei dem Refrain waren auch vereinzelt richtige Töne zu hören"


Und dann kam das Lied „Et schönste Geschenk, wat wirklich jet zällt..“ im O-Ton, unverpackt an alle.
Wie Konfetti  flogen Andreas jetzt in den Kommentaren von den Chormitgliedern die Emojis als Kleeblätter,  Herzchen und Bravo- Rufen  über den Monitor als Dankeschön  zu.
Fazit: Auch die strengste  Einhaltung der „Coronaschutzverordnung vom 30. Oktober 2020“ inspiriert dazu, neue kreative Handlungsspielräume zu erschließen.

(Text: Ulrike Rohr, Pressesprecherin vom Chor der „Fründe vun der Akademie för uns kölsche Sproch“ e.V.)