Herbstferien 2016

Foto: P. Höflich
Feuerwehrturm (Foto: J. Sinica)
Feuerwehrturm (Foto: J. Sinica)
Kölnturm (Foto: J. Sinica)
Wasserturm St. Aposteln (Foto: J. Sinica)
Wasserturm St. Aposteln (Foto: J. Sinica)
Wasserturm St. Aposteln (Foto: J. Sinica)
 
 

Türme in unserer Stadt

Köln von oben zu sehen ist ein Erlebnis. Über 400 Kinder aus 16 Kölner Grundschulen meldeten sich für die Turmbesteigungen in den Herbstferien 2016  bei der Akademie för uns Kölsche Sproch/SK Stiftung Kultur an. Das Restaurant Osman öffnete den Kindern im 30. Stock des KölnTurms die Terrasse. Viele Kinder waren beeindruckt, nachdem sie in 22 Sekunden mit dem Aufzug hochgesaust waren. Unten im Mediapark hatten sie vorher an einem großen Schmetterling gemalt. Die Street Art Künstlerin Frederike Wouters hatte Umrisse des Falters vorgegeben, damit alle Kinder an dem 10 x 10 Meter großen Schmetterling die Flügel und Fühler ausmalen konnten. Aus über 100 Metern Höhe sah der große Schmetterling ganz klein aus und auch die Stadt wie eine Legokonstruktion. Begeistert von der Fernsicht suchten die Kinder von oben ihre Schule, den Dom, den Rhein und die Brücken. Sie spürten die Größe und auch die Wahrzeichen auf, die Köln in der ganzen Welt bekannt gemacht haben.

Nicht nur den Dom, auch die Hohenzollernbrücke und die Altstadt. Beeindruckend empfanden die Kinder die Menge an Gleisen und Straßen und wie sich der Verkehr über die Brücken quält. Stau auf Straße und Schiene von oben erkennbar! Auch die Industrie setzt markante Zeichen. Die Türme von Hürth Knappsack, Dormagen, Leverkusen sowie die der Müllverbrennungsanlage in Niehl ließen sich gut erkennen und natürlich andere Hochhäuser wie das UniCenter, das Herkuleshochhaus, der LVR Turm und die romanischen Kirchen. Damit die Kinder auch ein bisschen Zeitgeschichte lernen, hatte die SK Stiftung Kultur Turmbesichtigungen aus verschiedenen Epochen zusammengestellt.  Die Türme der alten Stadtmauer sind circa 30 Meter, der Malakoffturm 48 Meter, der Wasserturm 35 Meter und der Feuerwehrturm aus Lindenthal circa 20 Meter hoch.

Die Aufgabe des Turms besteht nicht ausschließlich aus der Aussichtsplattform. Ursprünglich ging es natürlich um Wehrhaftigkeit und Verteidigung. Die Türme der Stadtmauer dienten auch dazu, Gäste zu empfangen. Die Ulrepforte wurde sogar zu einer Windmühle umgebaut. In der Ulrepforte erklärte Pefferkoche Rolf Pauly das Turmleben von heute. Herr Pauly ist Mitglied der roten Funken, die sich auf die historischen Stadtsoldaten berufen. Die Roten Funken treffen sich in der Ulrepforte auf mehreren Etagen. Man kann dort auch heiraten und etwas über Brauchtum und die Geschichte des Karnevals lernen.

Im Mittelalter kamen Kirchtürme auf den romanischen Kirchen wie Sankt Aposteln hinzu. Ursprünglich hatten Kirchen keine Türme. Die Sitte, einen Glockenturm zu bauen, den man gut sehen und hören kann, kam im Mittelalter aus Italien an. Der 67 hohe Turm von Sankt Aposteln ist der dritthöchste Turm der 12 romanischen Kirchen von Köln. Da er aber komplett verbrettert ist, kann man leider Köln von diesem Turm aus nicht bewundern. Deshalb gingen wir in die Konchen. Von den muschelförmigen Rundgängen hat man einen imposanten Ausblick auf den Neumarkt, der von oben gemütlich aussieht, weil der Verkehr Richtungf Rudolfplatz nicht zu sehen ist.

Die Preußen bauten den Malakoff-Turm am Rheinauhafen zur Bewachung. Von oben sieht man sehr schön den Rheinauhafen, das Altstadtpanorama und die romanische Kirche Maria Lyskirchen, die auch Schifferkirche genannt wird. In den Malakoff-Turm wurde eine hydraulische Druckwasserpumpe eingebaut, die die Drehbrücke betreibt. Über die Drehbrücke gelangt man auch heute noch vom Holzmarkt auf den Rheinauhafen und zum Schokoladenmuseum. Der Turm wurde nach dem preußischen General Malakoff benannt. Warum Malakoff der Namensgeber ist, konnten wir nicht umfassend ergründen. Der Turm gehört heute der Imhoff Stiftung. Der Kölner Wasserturm war bei Fertigstellung 1872 größter und bester Wasserturm Europas. Erstmals seit der Römerzeit, also circa 1500 Jahre später gab  es einen gleichbleibenden Wasserdruck und fließendes Wasser im Haus. Heute ist der Wasserturm ein Luxushotel.

Der Feuerwehrturm der Feuerwache 3 in Lindenthal ist nicht deshalb gebaut worden, um Feuer zu beobachten. Er ist dafür da, die langen Wasserschläuche zu trocknen, mit denen Brände gelöscht werden. Beim Besuch der Feuerwache konnten die Kinder viel über die Geschichte der Feuerwehr lernen. Wie viel Zeit ein Feuerwehrmann hat, um sich umzuziehen, wo die erste Feuerwache stand und wie gerettet wird. Vom Lindenthaler Turm lässt sich der ganze Kölner Westen gut erkennen.

Jeder Turm hat natürlich auch eine ganz praktische Funktion. Wenn man die Treppen hochsteigt, hat man einen grandiosen Ausblick und sieht die Stadt mit anderen Augen. Genau dieses Gefühl hatten alle Kinder, die den Kölner Dom und den LVR Turm an einem Tag hintereinander besucht hatten.