Op Kölsch gesaht

Sprachwissenschaftliches empirisches Projekt

Das Projekt "Op Kölsch gesaht" ist mit der Veröffentlichung der CD-Box am 1. Dezember 2017 abgeschlossen. Motivation und Ziel der Untersuchung war es herauszufinden,  wer heute noch gut Kölsch spricht, bzw.  den Ist-Zustand des Kölschen zu dokumentieren und damit Antworten auf einige Fragen zum Erhalt des Kölner Dialekts geben zu können: Wird das traditionelle Kölsch  heute noch gesprochen und von wem? Welche Veränderungen haben im Lauf der letzten Jahrzehnte stattgefunden? Ist das Kölsche durch interne und externe Einflüsse bedroht? Besteht die Gefahr, dass Kölsch irgendwann ausstirbt? Wenn ja, wie kann man dieser Bedrohung des Aussterbens entgegenwirken? Die UNESCO zählt Kölsch bereits zu den stark gefährdeten Sprachen. 

In dem Zusammenhang haben wir die uns so häufig gestellte Frage anhand wissenschaftlicher Definitionen  beantwortet, ob Kölsch eine eigenständige Sprache oder ein Dialekt des Deutschen ist, der im Rheinland gesprochen wird?

Um etwas über den Ist-Zustand und den Erhalt des Kölschen aussagen zu können, haben wir möglichst viele Kölsch-Sprecher aus verschiedenen Kölner Stadtvierteln und dem nahen Umland befragt, die unterschiedlichen Alters- und Berufsgruppen angehören. Insgesamt 255 Personen zwischen 22 und 92 Jahren wurden auf ihre Kölschkenntnisse hin getestet, teilweise durch Fragebögen zum Ankreuzen oder Ausfüllen, durch Übersetzungen, durch Vorlesen kölscher Texte  und durch die nun auf dem Tonträger zu hörenden frei erzählten Geschichten. Dabei wurden typische Sprachmerkmale des Kölschen untersucht den Wortschatz, die Grammatik und die Aussprache betreffend. 
Zudem war es erforderlich zu erfahren, wie und von wem die Projektteilnehmer ihre Kölschkenntnisse erworben haben, ob in der Familie von den Eltern oder Großeltern, von Freunden, im Verein, auf der Straße oder erst später in Kölsch AGs oder Kölsch-Kursen, aber auch, wann, wo oder in welchem Umfeld sie sie anwenden.

Zur Vorbereitung wurden mehrere Tests zu unterschiedlich Phänomenen betreffend den Wortschatz, die Grammatik und die Aussprache des Kölschen konzipiert, die die Teilnehmer am Projekt ausfüllen, übersetzen oder vorlesen sollten. 

Die Anekdoten:
Von den 255 Personen haben zusätzlich zu den Tests 188 Projektteilnehmer insgesamt 344 Anekdoten frei erzählt, die sich zum Teil auf den CDs wiederfinden. Die nicht auf den CDs enthaltenen Erzählungen  können  hier angehört werden; zusätzlich ist jede Erzählung lautgenau in phonetischer Lautschrift IPA und in einer lesefreundlichen Fassung enthalten, auch die, die auf der CD sind.

Die Ergebnisse der sprachwissenschaftlichen Untersuchung  sind in einer pdf-Datei enthalten, die mit Hilfe eines im CD- Booklet enthaltenen QR-Codes heruntergeladen werden kann. Informationen zur Durchführung des Projekts wie auch einige der Untersuchungsergebnisse können hier in Kürze nachgelesen werden.

Zudem erscheint im Frühjahr 2018 eine Print-Version des Buchs, die weniger umfangreich ist als das pdf-Buch, dafür richtet es sich etwas intensiver an Sprachwissenschaftler, die aufbauend auf den Untersuchungsergebnissen und anhand der umfangreichen Tondokumente weitere Forschung betreiben können.

Die CD-Box mit den Anekdoten ist 1. Dezember 2017 im Handel für 15 Euro pro Box erhältlich.
Christa Bhatt • Alice Herrwegen • Caroline Reher: Op Kölsch gesaht: 161 Anekdötcher en kölscher Sproch. Hrsg. von der Akademie för uns kölsche Sproch / SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn. Dabbelju Verlag, Köln 2017. Bestellnummer: CD 242349-2.

Christa Bhatt • Alice Herrwegen • Caroline Reher: Op Kölsch gesaht: Eine Dokumentation der kölschen Sprache im Alltag. Hrsg. von der Akademie för uns kölsche Sproch / SK Stiftung Kultur der Sparkasse KölnBonn. Dabbelju Verlag, Köln 2017. ISBN 978-3-939666-35-6 (nur online als PDF-Datei verfügbar).

Zu den Erzählungen