Wilde Tiere in der Stadt

Mit Naturexpertin Susanne Roer

Dass sich wilde Tiere wohl fühlen im Großstadtdschungel, ist längst kein Geheimnis mehr. Wer seine Umgebung ganz genau beobachtet, kann in Köln Spuren von Füchsen, Kaninchen, Gänsen und Wildschweinen entdecken. Ich muss also nicht unbedingt in den Kölner Zoo gehen, um Tiere zu beobachten. Es klappt auch in Parks und auf Friedhöfen. Für wilde Tiere in der Stadt gibt es unbegrenzt Essen für alle. Tiere können sich ganz einfach an den weggeworfenen Lebensmitteln der Menschen bedienen. Egal ob das ein Apfelkitsch, Pommes oder der Rest vom Döner ist. Tiere fressen es vom Boden oder räumen die Mülleimer aus. Unsere Naturexpertin Susanne Roer zeigt Euch viele Fledermäuse am Adenauerweiher, Wildschweinspuren und Greifvögel in der Brücker Hardt. Außerdem nimmt sie Euch in aller Früh mit zum Singvogelkonzert. Bei den Fledermäusen fühlt sich so mancher erinnert an Alfred Hitchcock „Die Vögel“ und beim Singvogelkonzert kann ich sehr schön live die Stimmen der Vogeluhr nacheinander nachvollziehen.

HINWEIS: Fernglas mitbringen und dem Wetter entsprechend kleiden!

 

 

Singvogelkonzert kurz vor Sonnenaufgang

Mitte Juli geht um 5 Uhr morgens die Sonne auf. Bei uns ist dann der Gartenrotschwanz der erste Sänger. Um halb vier beginnt er mit seinem Konzert. Im Zehn- Minuten- Abstand folgen Singdrossel, Rotkehlchen, Amsel, Zaunkönig, Mönchsgrasmücke, Heckenbraunelle, Buchfink.
Noch vor 160 Jahren gab es außer Sperlingen, Tauben und Turmfalken keine freilebende Vogelvielfalt in der Stadt. Damals gab es weniger Stadtgrün, also kaum Gärten und Parks. Heute bilden Städte mit ihren Schreber- und Hausgärten sowie den Parks für viele Tierarten richtige Oasen.  In der Stadt hören wir – so befürchten die Naturschützer – mehr Singvögel als auf dem Land.
Wann wer singt und wie man die Singvögel am Gesang unterscheidet, kann man vorher schon auf der NABU Vogelführer-App lernen.
HINWEIS:
Da diese Touren exklusiv sind und nur mit wenigen Personen funktionieren, müssen Kinder in der Lage sein, ganz still zu sein.
Ort:
Brücker Hardt
Treffpunkt: Brücker Mauspüfad ggü. Hausnr. 173, Parkplatz Waldkindergarten.
(Bushaltestelle: "Erker Mühle" - Linie 154)

Fledermaustouren

Fledermäuse gibt es seit 50 Millionen Jahren. In Deutschland fliegen 25 unterschiedliche Fledermausarten durch die Nacht. In Köln sind derzeit elf Fledermausarten nachgewiesen. Einige kann man am Adenauerweiher beobachten. Zum Beispiel den Großen Abendsegler oder die Zwergfledermaus, die jeden Tag bis zu einem Drittel ihres Körpergewichts frisst. Und das sind 1.000 bis 2.000 Mücken. Mit einer Körpergröße von 6 bis 8 cm und einem Gewicht von 19 bis 40 g ist der Abendsegler eine der größten einheimischen Fledermausarten. Charakteristisch sind die kleinen, fast dreieckigen Ohren und die kurzen pilzförmigen Ohrdeckel. Die Flügel erreichen eine Spannweite von 32 bis 40 cm.
Im Flug erscheinen die Tiere etwa schwalbengroß und sind mit dem Ultraschalldetektor am besten bei 21 kHz zu hören.
HINWEIS:
Open Air tauglich anziehen, Taschenlampe mitbringen!
Ort:
Adenauer Weiher
Treffpunkt: Jahnwiesen/Guts-Muths-Weg 3, Parkplatz Astporia, 5093 Köln

Nachts im Wald mit wilden Tieren

In der Stadt leben viele wilde Tiere: Igel, Mäuse, Ratten, Vögel, Fledermäuse, Rauch- und Mehlschwalben, Greifvögel, Singvögel, Schleiereule, Steinmarder, Mauersegler, Füchse, Kröten und Frösche in den verschiedenen Kleinbiotopen.
Aber auch Ringelnattern, Rehe und sogar Wildschweine sind immer häufiger in den städtischen Randgebieten zu finden. Die Stadt ist nicht nur ein Ballungsraum für uns Menschen, sondern auch für Tiere. Was wir in der Nacht sehen, wird spannend. Ob wir Wildschweine treffen, oder nur ein paar Mäuse beobachten können, hängt von vielen Faktoren ab. Wenn wir ganz still sind und uns auf nächtliches tierisches  Leben im Wald konzentrieren, erhöht sich die Chance.
Stadt-Füchse haben mittlerweile viel von ihrer Scheu verloren und sonnen sich auch mal gerne im Schein einer Straßenlaterne.
Ort:
Brücker Hardt
Treffpunkt: Brücker Mauspüfad ggü. Hausnr. 173, Parkplatz Waldkindergarten.
(Bushaltestelle: "Erker Mühle" - Linie 154)