"Gebore vör 111 Johre: Zwei kölsche Webers un ein Botz"

v.l.n.r.: Ursula Reusteck, Richard Karpe und Philipp Oebel (Foto: I. Nitt)

Eine gemeinsame Veranstaltung der Akademie för uns kölsche Sproch und des Heimatvereins Alt-Köln e.V.

Mit Ursula Reusteck, Richard Karpe und Philipp Oebel. Wer kennt nicht die „Kölsche Verzällcher för Hären un Mamsellcher“ von Heinz Weber? Sie werden bis heute genauso gerne gelesen wie einige Lieder von Fritz Weber und den Vier Botze gesungen werden. Grund genug, den drei Jubilaren einen Abend zu widmen.

Der „Ohm Hein“
Drei Mark – so hoch war der Beitrag des Heimatvereins Alt-Köln, als Heinz Weber (1909-1987) nach seinem Abitur im Jahr 1929 eintrat. Und diesen Beitrag spendierte ihm sein Onkel, Gründungsmitglied des Vereins, solange er studierte. So schildert es der Mundartautor selbst in den Mitteilungen 55, 1984, anlässlich seines 75. Geburtstages.
Er studierte Jura, abgeschlossen mit der Promotion. Im väterlichen Schifffahrtsbetrieb (Weber-Schiffe) absolvierte er zudem eine Ausbildung, so dass er als Reedereikaufmann, später im Versicherungswesen tätig war. Als Autor bekannt geworden ist er mit seinen „Kölsche Verzällcher för Hären un Mamsellcher“ in zwei Bänden, die er häufig unter dem Pseudonym „Ohm Hein“ veröffentlichte.
Ein Dutzend Auflagen hat das Buch bisher erreicht, zuletzt 2007 als einbändige Ausgabe. Er beschäftigte sich jedoch auch mit der Regionalgeschichte, insbesondere mit Themen, die die Rheinschifffahrt betrafen. Zwei Bücher und eine Reihe von Artikeln und Aufsätzen hat er publiziert. Für seine Verdienste wurde er mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet.

Der „Singende Geiger“  
So wurde Fritz Weber (1909-1984) von seinen Zeitgenossen genannt, ein Beiname, der seine musikalischen Talente und Aktivitäten nur unzulänglich beschreibt. Außer der Geige spielte er noch weitere Instrumente, gründete bereits mit 19 Jahren eine Tanzkapelle, die aus fünf Mann bestand, mit den Jahren aber größer wurde.
Sein Repertoire war breit gefächert, von Schlagern bis Swing. 1930 gab er in Köln das erste Jazzkonzert, bald trat er in ganz Deutschland auf und feierte sogar in der Reichshauptstadt Berlin Erfolge. Er erfreute sich so großer Beliebtheit, dass er bei einem Orchesterwettbewerb des Deutschen Rundfunks, an dem 1936 über 400 Kapellen teilnahmen, als sicherer Favorit galt. Er wurde jedoch nur Dritter. Allerdings waren nicht die musikalischen Qualitäten entscheidend, sondern das NSDAP-Parteibuch, das der „Singende Geiger“ nicht vorweisen konnte.
1945 geriet er als Soldat in amerikanische Gefangenschaft und gründete prompt eine Swing-Band. Zurück in Köln sammelte er sofort wieder Musiker um sich und hatte seinen ersten Auftritt mit dem neuen Orchester bei der Eröffnung des Military-Government-Theatre-Cologne. Die „Musical-Schau“ des Tanzorchesters begeisterte das Publikum. Weitere Engagements folgten, z. B. im Tazzelwurm, in der Flora und bei der Eröffnung des Tanzbrunnens.

„Dä Kromm“  
Es begann mit den „Vier Robertis“ und endete mit den „Zwei Holzköpp“ und „Botz un Bötzche“. Dazwischen lagen rund drei Jahrzehnte, in denen Hans Philipp (Fibbes) Herrig (1909-1992), genannt „Dä Kromm“, als Mitglied der „Vier Botze“ Erfolge feierte.
Begonnen hatten sie 1933 als Straßensänger, um sich in Zeiten der Weltwirtschaftskrise etwas dazuzuverdienen. Sie wurden aber bald durch Schallplatten und Rundfunk sowie Bühnenauftritte überregional bekannt. Ihren vierstimmigen Gesang begleiteten sie mit Gitarren und Mandriola, ihr Repertoire umfasste eigene Lieder und die anderer Komponisten und Texter. Hier ist besonders das Lied „En d’r Kaygass Nummer Null“ zu nennen, das ursprünglich von den „Drei Laachduve“ stammte, von den „Vier Botze“ jedoch überarbeitet und berühmt gemacht wurde.
Besonderer Beliebtheit erfreuten sich auch ihre Couplets und ihre Parodien auf populäre Schlager, Volkslieder und auf die Lieder Willi Ostermanns: „Woröm solle mer dann nohm Finanzamt gonn?“, eine bis heute aktuelle Frage.

Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung der Akademie för uns kölschen Sproch und des Heimatverein Alt-Köln: https://www.heimatverein-alt-koeln.de/

 

 

 

Eintritt
10 Euro
Veranstaltungsort
SK Stiftung Kultur
Im Mediapark 7
Saal 1. OG
50667 Köln
Kartenvorbestellung
Karten gibt es in der Bibliothek der Akademie för uns kölsche Sproch zu den Öffnungszeiten, Im Mediapark 7, 50670 Köln, Tel: 0221/888 95 202, E-Mail: nitt@sk-kultur.de und an der Abendkasse

Beginn
26.05.2020
19:00 Uhr
Einlass: 18.30 Uh